Der Conpanion Buchtipp:
Kopf schlägt Kapital. Die ganz andere Art, ein Unternehmen zu gründen. Von der Lust, ein Entrepreneur zu sein.

Der Conpanion Buchtipp: Kopf schlägt Kapital. Die ganz andere Art, ein Unternehmen zu gründen. Von der Lust, ein Entrepreneur zu sein.

Nur echte Masochisten gründen heute noch ein Unternehmen. Zu diesem Schluss kommt man, wenn man aufzählt, was Gründer laut Lehrbuch alles mitbringen müssen: eine tolle Geschäftsidee, Kontakte in die Finanzwelt, Durchhaltevermögen und Orientierung in einem Wirrwarr aus Verordnungen, Steuern und Rechtsvorschriften, die Fähigkeit, überzeugende Marketingkonzepte zu entwickeln und Kunden langfristig an sich zu binden. Das alles verbunden mit Überstunden und Wochenendarbeit - und immer mit dem Risiko behaftet, eine Bruchlandung zu erleiden.

Diesem Horrorszenario setzt Günter Faltin in seinem Buch „Kopf schlägt Kapital" ein ganz anderes Bild des Unternehmers entgegen: Nämlich das Bild eines kreativen Querdenkers, der mit Leidenschaft Geschäftsideen verwirklicht und aus dieser Leidenschaft seine Erfolge zieht. Und damit am Ende auch gutes Geld verdient. Faltin weiß, wovon er redet: Er ist der Gründer des Unternehmens „Teekampagne", das vor 20 Jahren erstmals neue Handels- und Vermarktungsstrategien verfolgt hat und seither dauerhaft am Markt erfolgreich ist. An der Freien Universität Berlin hat Faltin den Arbeitsbereich Entrepreneurship aufgebaut und engagiert sich darüber hinaus als Business-Angel und Coach für Start-ups.

In seinem Buch räumt er mit dem Vorurteil auf, dass erfolgreiche Gründer einfach einer genialen Eingebung folgen. Denn viele gute Ideen entstehen aus Bekanntem. Entscheidend ist der Bruch mit Traditionen. Nur, wer bestehendes kritisch hinterfragt, kommt auf neue und verblüffende Ideen. Niemand muss also das Rad neu erfinden, um erfolgreich zu gründen. Die eigentliche Leistung liegt in der Gedankenarbeit und im ständigen Verfeinern des Konzepts.

Erfolgsentscheidend für eine Idee ist außerdem ihre Marktfähigkeit. Aus einer Idee ein Konzept zu entwerfen, das in die Zeit passt und für das Nachfrage besteht - das macht einen guten Entrepreneur aus.

In „Kopf statt Kapital" gibt Güter Faltin potenziellen Gründern konkrete Anhaltspunkte an die Hand, was ein gutes „Entrepreneurial Design" bedeutet. Diese zentralen Punkte einzubeziehen und zu berücksichtigen kann aber nicht von heute auf morgen erfolgen. Daher plädiert Faltin dafür, nichts zu überstürzen und sich die nötige Zeit für ein Konzept zu nehmen, auch wenn es Jahre dauert.

Um die Rolle des Gründers noch besser zu veranschaulichen, vergleicht er ihn mit einem Komponisten. Im Gegensatz zu den in Handbüchern für Jungunternehmer geforderten Alleskönnern, muss ein Gründer genauso wenig wie ein Komponist alle Instrumente spielen können. Seine Aufgabe ist es, Bekanntes neu und spannend zu arrangieren. Er ist für das Konzept zuständig, das Organisatorische gibt er ab. Da es nämlich unmöglich ist, sich in alle nötigen Bereiche einzuarbeiten, ist es Erfolg versprechender, diese Bereiche von vorneherein an Fachleute zu delegieren. Die Kunst eines ausgeklügelten Konzeptes: diese Spezialisten, also z. B. Logistikdienstleister, Immobilienverwalter, Versender, Rechtsanwälte und PR-Agenturen so zu nutzen, dass zum Gründungsbeginn kein zu großer Kostenapparat entsteht.

Ein für Faltin essenzieller Punkt ist außerdem die Identifikation mit der eigenen Unternehmung. Denn Geld verdienen sollte seiner Auffassung nach auch Spaß machen. Umfragen zeigen, dass erfolgreiche Unternehmer, so unterschiedliche Persönlichkeiten sie auch sonst sein mögen, alle eins gemeinsam haben: Sie leben für ihre Idee und wagen das Abenteuer. Wenn sie nicht schon von vorneherein kreative und freie Geister sind, werden sie spätestens als Entrepreneurs zu solchen. Sie entwickeln ihre Persönlichkeit weiter und werden lebensbejahender.

Für Conpanion hat dieses Buch besondere Relevanz, da wir Gründer bei der Definition, Gestaltung und Umsetzung von neuen Geschäftsideen unterstützen und ihnen aufzeigen, wie sie gerade in Zeiten der Finanzkrise dennoch erfolgreich gründen. Wer also einen zusätzlichen Motivationsschub verbunden mit intelligenten und hilfreichen Tipps für die eigene Gründung braucht, sollte „Kopf schlägt Kapital" lesen.

Kopf schlägt Kapital.
Die ganz andere Art, ein Unternehmen zu gründen

Von der Lust, ein Entrepreneur zu sein
von Günter Faltin
Hanser Verlag
© 2008, 248 Seiten

 

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